Seit Jahren lag mir Georg in den Ohren, ich solle doch auch mal zu seiner Zappanacht kommen. Nun hat es endlich einmal geklappt ... und es war ein wunderbares Wochenende. Georg ist ein prima Gastgeber, Organisator und Veranstalter.

   

  

Schon am Freitag trafen die ersten Gäste ein. Wir wurden mit reichlich Gerstenkaltschale versorgt und zwei herrlichen Suppen, die in gigantischer Menge vorbereitet wurden. Bis tief in die Nacht wurde geklönt, über die Grandsheiks und Sheik Yerbouti gefachsimpelt, viel Zappa gehört und sich über Georgs Vorräte her gemacht.

  

  

bei spätsommerlichem Wetter machten wir es uns am Samstag auf Georgs Terrasse gemütlich. Stündlich wurden wir mehr. Es kamen Leute aus Holland, England, Ungarn (später auch Frankreich) und natürlich quer aus dem ganzen Bundesgebiet.

   

  

Georgs Nachbar bereitete uns mit seiner Frau ein original ungarisches Kesselgulasch mit Hilfe vieler geheimnisvoller Gewürze. Die Zubereitung dauerte gut drei Stunden. Was für eine Qual, so lange warten zu müssen. Stundenlang umwehte uns der leckere Duft aus dem Kessel und wir kamen erst auf seinen Startschuss an den Inhalt. Das Warten hat sich jedenfalls gelohnt, es war eine Delikatesse!

 

Kurz nach 20.oo Uhr begann die nun schon 13. Auflage der Zappanacht. Auf dem Programm stand "Bonnen plays Hendrix & Zappa".

  

  • Der Komponist,Interpret und gelernte Kirchenorganist Dietmar Bonnen, Jahrgang 1958, studierte Musik und Kunst in Köln und Düsseldorf. Die Verbindung von Neuer Musik, Rock und Jazz führte früh zur Einspielung von Musik Johan Cage wie „Five“. Für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) schuf Bonnen die Soundscape-Komposition „Beijing“ im chinesischen Peking und Köln. Neueinspielungen auf CDs seines Kölner Musikverlages „Obst“ reichen von Hildegard von Bingen bis zu Frank Zappa.
  • Der Violinist Alexei Aigui, Jahrgang 1971, aus Moskau, Russland studierte an der Ippolitov-Ivanov Musik-Akademie und gründete das Ensemble für neue Musik 4`33``. Teilnahme an vielfältigen internationalen Jazz- und Ballett-Festivals ebenso wie Auftragsarbeiten zur Neuvertonung von Filmklassiker wie „Metropolis“.
  • Der Klarinettist und Saxophonist Lothar Burghaus, Jahrgang 1969, arbeitet bereits seit 1995 regelmäßig in verschiedenen Ensembles mit Dietmar Bonnen zusammen. Außerdem war der Mediziner Mitglied des Kölner Saxophon Quartetts „Brassless“ und des einzig wahren Blasorchesters „Dicke Luft“. Burghaus ist ebenso Mitglied der Arf-Society.

 

Von Beginn an waren wir alle gefesselt von der Hingabe und Lust der Interpretationen. Selbst Georg hatte nicht damit gerechnet, welchen Schatz er da nach Gebhardshain geholt hat und wie geradezu frenetisch dieser abgefeiert wurde.

 

Alexei Aigui, der extra für dieses Konzert aus Moskau anreiste, definierte den Begriff "Teufelsgeiger" neu. Egal, ob er leise Töne aus seiner Violine hervorzauberte oder diese mit brachialer Gewalt bearbeitete, es war beeindruckend, mit welchem Körpereinsatz und Intensität er sich diesem Instrument widmete. Er war ganz sicher einer der "heimlichen Stars" des Abends.

 

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit den Grandsheiks

  

 

Die Grandsheiks sind:

Jörg Heuser (guitar, voc), Daniel Guggenheim (sax, keyb), Maximilian Hilbrand (lead-voc), Thomas Schmittinger (guitar, voc), Andi Mertens (bass, voc) und Christian Majdecki (drums)

 

Keine Bange ... so verkniffen, wie sie auf ihrem Pressefoto aussehen, sind sie gar nicht :-)

 

Hervorgegangen aus der fast 20 Jahre agierenden Zappa-Tribute-Band Sheik Yerbouti spielen nun die Grandsheiks - 3 ehemalige Sheiks plus 2 Musiker die schon des öfteren mit Sheik Yerbouti tourten plus ein Neumitglied - ihre Interpretationen von Zappas Werken. Ihre ganz individuelle Mischung aus druckvollen Jazzrocknummern, Zappas Songs, ausgefeilter Rhythmik, eigenen Arrangements und dem zappatypischen Humor überzeugt Insider wie Neulinge gleichermaßen.

  

  

Was ein Konzert, was eine Show, was ein Sänger, was eine Party!

 

Ja, so muss es wohl früher einmal gewesen sein, als die ersten Zappanalen stattfanden. Hier waren es ca. 150 Besucher, die vom ersten Takt an gefangen wurden von einer fast schon Professionalität dieser fantastischen Band.

 

Besonders aufgefallen ist mir der Sänger Maximilian Hilbrand. Seine Stimme ist deutlich "gereift" im Vergleich zur CD, die (wie er mir im Anschluss des Konzertes erzählte), wohl recht schnell und sehr kurz nach der Zusammensetzung dieser Formation erschien. "Ich brauchte erst einmal ein bisschen Zeit, mich frei zu singen und das ist nun geschehen" erklärt er selbstdiesen Prozess.

 

Was mir auch gefiel, war die Art und Weise, wie er auf der Bühne agiert. Da stand niemand, der steif und konzentriert wirkte. Maximilian lebt offen diese Musik und den Inhalt der Texte aus ... und: er braucht kein Textblatt! Ohne erkennbare Konzentration oder Bemühen war er aber auch so was von textsicher ... das war schon bewundernswert.

 

Tanzen, Johlen, Mitsingen, Klatschen ohne Unterlass. Und nach dem Konzert waren sich alle einig: Dies war wohl die beste Zappanacht, die Georg bislang veranstaltete.

 

So sieht ein entspannter und glücklicher Veranstalter aus: Georg genießt inmitten des Publikums den Auftritt der Grandsheiks.