Mein Rückblick auf die Zappanale #22

Diese Zappanale war für mich ein tolles Musikfestival, bei dem manchmal auch ein wenig Zappa´s Musik zu hören war. Insgesamt eine ungewöhnliche Zappanale, die reich an Höhepunkten, mir jedoch viel zu wenig Zappanale war. Zappnoise am Donnerstag auf dem Kamp und The Yellow Snow Crystals, Project/Object und Fido Plays Zappa an der Rennbahn: das sind schlappe vier Bands, die sich Zappa´s Musik widmeten. Dazu kamen ein paar wenige Titel, die von den anderen Bands in deren Repertoire eingebaut wurden.

Aber: Das ist auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen möchte. Das sonstige Programm war bunt, zappaesk, schräg und absolut überzeugend. Da war zunächst das phantastische Konzert von Colosseum, dann die sehr unterhaltsame Show von Raoul Petite, mich völlig überzeugende Vegetarians, Chris Oppermann und Terence Hansen, die wahnsinnige Crew von Doctor Nerve und natürlich die Dadaisten von Jono El Grande. Spaß machte auch die originelle Show von Tante Tofu, die sich mit ihrer Revue auf ganz eigene Art und Weise dem Thema Zappa widmeten. Der Headliner Eddie Jobson war tatsächlich einer, The Plastic People Of The Universe waren zunächst gewöhnungsbedürftig, überzeugten mich dann aber doch.

Zu poppig und glatt fand ich Essra Mohawk´s Auftritt, es war aber toll, mal Sandro Oliva zu erleben. Aufgrund des Internetauftritts von Hot Fur, hatte ich mir wesentlich mehr von ihnen versprochen. Lazuli wiederholten leider Einiges von ihrem Programm, das sie vor zwei Jahren ablieferten. Tja ... und Gary Lucas überzeugte zwar an der Gitarre, kam aber als absolute Witzfigur rüber. Dermaßen von sich überzeugt und mit ganz eigener hippen Gangart, machte er es mir irgendwie schwer, ihn Ernst zu nehmen.

Die Ausstellung war wieder einmal liebevoll gestaltet. Schön war das Wiedersehen mit Helmut King, der nun schon zum dritten Mal mit einigen Exponaten vertreten war. Insgesamt war diese Zappanale auf jeden Fall die Anreise Wert, nicht zuletzt, weil es wieder einmal eine tolle Gelegenheit war, all die Leute zu treffen, die sich Jahr für Jahr hier herzlich in die Arme fallen und gemeinsam “ihr” Festival abfeiern. Schön, dass es sowas gibt...

Noch ein letztes Wort zur Truckstage: Nach der Zappanale #21 hatte ich mich ja etwas kritisch dazu geäußert und ich war bestimmt kein Anhänger des Programms, das dort geboten wurde. Aber was ging denn hier diesmal ab? Doctor Nerve, Hot Fur mit Robert Martin, Gary Lucas und Bands, die mit ihrem Programm nicht unterschiedlicher hätten sein können: Revue, Rock etwas härterer Gangart, Easy Listening, Sessions usw. (Panama Picture, Ellenschneider, Tante Tofu, Glasscage, Die Reise) - das war ja richtig gut... Das fanden übrigens auch viele der Festivalbesucher. Voll war es vor der Truckstage immer.