Freitag, 03.08.2012

Humble Grumble

Erstmals hielt Jim Cohen einen seiner informativen Vorträge auf dem Festivalgelände. Eine sehr gute Entscheidung, mit der auch Jim sehr zufrieden gewesen sein dürfte. Eine große Zuhörerschaft versammelte sich vor der Mystery Stage und erfuhr eine Menge über diverse Titel und Textpassagen aus Zappa´s Repertoire. Mit viel Witz und originellen Showeinlagen bot Jim einen wunderbaren Einstieg in den dritten Festivaltag.

 

Anschließend ging es auf der Main Stage mit dem ersten Konzert los. Mit avantgardistischen Klängen und verstärkt durch die beiden Sängerinnen Megan Quill und Lisa Jordens spielten Humble Grumble Einiges aus ihrer aktuellen CD "Flanders Fields". Wie versprochen, gab es eine ordentliche Portion ihres ironisch humorvollen Jazzbrassprog.

Gary Lucas

Wer den Weg zurück zur Mystery Stage fand, erlebte einen sehr gut aufgelegten Gary Lucas, der sich wohl schon einmal für seinen späteren Auftritt mit Fast´n Bulbous einspielte. Selbstverständlich packte er auch seine Elektrische raus und experimentierte mit etlichen Loop-Effekten. Im Programm hatte er eigene Stücke, Zappa und natürlich den Captain. Völlig relaxt, wie wir ihn kennen, spielte er auf und machte seine Ansagen zu den Titeln ... da war schon mal Schmunzeln ob dieser "entspannten" Art und Weise angesagt.

Dead Dino Storage

Zurück zur Mainstage, ging es nahtlos weiter mit Dead Dino Storage, die "Stars" vom Larvik Zappa Festival. Bei dermaßen fettem Zappasound wurde es (gemessen an der Zahl der Besucher) schnell voll vor der Bühne und die Norweger wurden lauthals bejubelt, schließlich war man ja hergekommen, um Zappamucke zu hören. Robert Martin verstärkte die Dinos bei einigen Titeln und man sah ihm an, dass er seinen Spaß mit dieser Band hatte.

Seth Faergolzia

Auf der Mystery Stage ging es anschließend mit Seth Faergolzia weiter, der die Spaßhabenwoller-Fraktion bediente. Witzige Ansagen, origineller Gesang und ziemlich folkloristische Klänge sind Seths Stilelemente, mit denen er einen deutlichen Kontrapunkt zu zappaesker Musik setzte.

Fast´n Bulbous with Gary Lucas

In der Tat: Weitaus mehr als "nur" eine Coverband war diese Formation, die sich dem Werk von Captain Beefheart widmete. Co-Lead-Gitarrist Gary Lucas (der in der letzten Formation von Beefheart‘s Magic Band vertreten war), Alt-Saxofonist und Arrangeur Phillip Johnston (vom Microscopic Septet), Drummer Richard Dworkin, Bariton-Saxofonist Dave Sewelsen, Posaunist Joe Fieldler (Ed Palermo Big Band und Satoko Fujis Big Band), Bassist Jesse Krakow (Time of Orchids und Doctor Nerve) und Trompeter Rob Heinke (Doctor Nerve). spielten ein zwar über weite Strecken anstrengendes aber wahrhaft hochkarätiges Konzert.

The Mother Hips feat. Scott Thunes and Robert Martin

Ok, da stand mit Scott Thunes ein ehemaliger Mitstreiter Zappa´s auf der Bühne, gespielt wurden jedoch Titel der Mother Hips. Eingängige Melodien, die der American Westcoast zugeordnet werden können, kamen nicht bei allen Festivalbesuchern an. Nichts, was bei einer Zappanale zu suchen hat, waren Aussagen, die oft zu hören waren. Mir persönlich gefiel der Auftritt gut. Eine nette Abwechslung zu den zappaesken Klängen, die in diesem Jahr (endlich) wieder einmal verstärkt vertreten waren.

Magma

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es war das meist umjubelte Konzert in diesem Jahr. Magma wurde heftig abgefeiert für einen sensationellen Auftritt. Schon längst von der Bühne verschwunden, wurden sie nach minutenlangen Zugaberufen nochmal auf die Bühne zurück gefordert... und sie kamen und spielten noch einen oben drauf. Magma war die "Band", auf die ich mich in diesem Jahr am meisten freute und ich wurde nicht enttäuscht. Ein Teil ihres Repertoires bestand aus Titeln ihrer aktuellen CD "FeliciteThosz", ein Silberling, den ich wirklich empfehlen kann. Hier saß jeder Ton, Christian Vander ging am Schlagwerk gewohnt engagiert zur Sache, alle Gesangparts kamen kristallklar aus den Membranen und so hatte man das Gefühl, dass es für die Mitglieder von Magma nicht nur ein Gig von vielen war... großartig!