Samstag, 04.08.2012

Jack Dupon

Originaltext Jack Dupon: "Ja, Jack Dupon erschaffen Rockmusik, aber es ist nicht so einfach, nur danach zu trachten, den Konventionen zu entfliehen und im Einklang mit der eigenen Realität zu leben: Es gibt da natürlich diesen Konflikt in Hinblick auf Zugeständnisse zu institutionellen Anforderungen, z. B. den Produzenten oder einem Plattenlabel zu gefallen. Gewisse Zugeständnisse müssen da gemacht werden. Aber diese Vier wären nicht Jack Dupon, wenn sie diesen Zwängen nicht auf ganz besonders originelle Ton-Art entgegentreten würden. So nutzen sie Konventionen zu ihrem Erfolg … und wenn man das so betrachtet, dann bewegt sich Jack Dupon tatsächlich einer anderen Realität!"

Eben so vertrackt wie dieser Text, war das, was uns Jack Dupon boten. Nein, das war kein Avantgarde, was da von der Bühne kam. Das war schwerer Stoff in der Mittagszeit, für Viele also das Erste, was sie am Abschlusstag der Zappanale zu hören bekamen... man konnte es mögen oder sich wieder schlafen legen.

Bogus Pomp

Das wäre das würdige Abschlusskonzert gewesen! Seit Jahren der Wunsch vieler Festivalbesucher ist es, dass die Zappanale mit zappanalen Klängen ausklingt (uiii ... mit diesem Wortspiel habe ich mich wohl selbst übertroffen!). Wieder einmal ein hochklassiges Set brachte uns da Jerry Outlaw mit seiner Band. Scheinbar mühelos bewerkstelligen sie schwierigste Passagen, rocken hemmungslos ab und spielen feinfühlig ruhige Stücke aus dem umfangreichen Werk von Frank Zappa. Und es machte ihnen wieder einmal sichtlich Spaß, weil das Publikum einfach nur hingerissen war und begeistert mitging.

Jazzprojekt Hundehagen

"Sag mal ... gibt´s von denen wirklich keine CD?" - Eine Frage, die sich viele Besucher stellten und es ist mir selbst unbegreiflich, warum diese großartige Formation dafür noch nicht den Hintern hochbekommen hat. Die Jazzhunde sind seit Jahren fester Bestandteil der Zappanale und dies völlig zu Recht. Was die hier Jahr für Jahr abliefern sind hinreißende Improvisationen, originell gecoverte Titel aus dem Zappa-Kosmos, aber auch Jazzrock vom Allerfeinsten.

Dr. Dark & Gary Lucas

Hammer! ... Augen zu und den Captain hören. Unfassbar, wie nah das ans Original rankam. Augen auf und einfach mitmachen bei dem Spaß, der uns hier geboten wurde. Ganz anders als Fast´n Bulbous mit ihren teils recht anstrengenden Interpretationen dessen, was uns Beefheart hinterließ, boten uns Dr. Dark und Gary Lucas die perfekte Illusion. Für mich eines der besten Konzerte in diesem Jahr.

Motorpsycho

Mit dem Auftritt von Motorpsycho konnte ich leider gar nichts anfangen. Ich mag die Band und oft das, was sie machen, aber das Set, das sie hier brachten, fand ich enttäuschend. Da kam nichts rüber. Andere Besucher sahen das ganz anders und das ist ja auch ok... für mich also mal eine Auszeit und gute Gelegenheit, eine Halbmeterbratwurst zu verdrücken - muss ja auch mal sein.

DeWolff

Kurz und knapp: Völlig falscher Zeitpunkt für diese Spitzenband! Die holländischen Youngsters für das letzte Konzert dieser Zappanale anzusetzen war Perlen vor die Säue, schade! Als viele Besucher bereits damit beschäftigt waren, sich für den nächsten Tag abreisefertig zu machen und in den Zelten schon mal zusammen packten und sich die ersten Tagesgäste auf den Rückweg machten, spielte DeWolff vor leider viel zu wenig Publikum. Leider machten sie einen großen Fehler und spielten die Rockoper aus ihrer aktuellen CD, die viel zu langatmig und zu seicht war. Wenn sie jedoch rockten, rockte auch das Publikum und ich konnte mich wirklich für dieses abgebuffte Spiel der drei Jungs begeistern. Fette Hammondsounds untermalten harte Gitarrenriffs und technisch perfektes Getrommele.