Zappanale #24 - Sonntag, 04.08.2013

  

Natürlich muss ich diesen Tag damit beginnen, dass ich erst gegen 04:30 Uhr völlig beseelt von dem Auftritt der The Z Three ins Bett fiel. Bevor ich einschlief, wippte mein blöder rechter Fuß immer noch.

 

Nach einer sehr kurzen Nacht ging´s zunächst in die Ausstellung, anschließend zur Versammlung der Arf-Society und was sah ich?

  

  

Weia! Das haut rein... 30,- Euronen mehr als letztes Jahr beim Festival-Vorverkauf! Das war ne Nummer und ich kann nur hoffen, dass dieses Konzept aufgeht. OK, bei jährlich ca. 1000 Besuchern (egal, was die Presse auch schreibt, so sind nun mal die Zahlen) muss so ein Festival irgendwie finanziert werden. Und der Veranstalter hat es klipp und klar gesagt: Ist die Veranstaltung weiterhin so defizitär wie in den Vorjahren, wird für ihn definitiv Schluss sein. Die positive Nachricht in diesem Jahr: Die Zappanale #24 rechnet sich.

  

  

Ein Blick übers Gelände und in die Gesichter der Besucher zeigte: gute Stimmung, Zufriedenheit mit dem, was in diesem Jahr bislang zu sehen und zu hören war und wo man hinhörte ein Thema: "Hast Du das gestern auch mitbekommen?" ... "Warst Du auch dabei?" ... "Das war ja wohl der Hammer!"

 

Worum ging´s? Natürlich um den Sensationsgig von The Z Three. Die ausgelassene Stimmung war auch Stunden später noch zu spüren und der einheitliche Tenor war: Egal, was heute noch kommt, ich hab´s gesehen ... ich hatte meinen musikalischen Höhepunkt :-)

  

  

Nun, los ging es mit STUDIO DAN und einer rappelvollen Mainstage. Ein 17köpfiges Orchester nahm Platz und spielte sehr engagiert Zappas Musik. Zwar gingen die Meinungen nach dem Auftritt auseinander, aber die Musiker wurden insgesamt sehr freundlich beklatscht und auch zu einer Zugabe (ein zweites mal "Peaches") aufgefordert.

 

Mir gefiel der Auftritt sehr gut. Mag wohl auch daran liegen, dass es mir auf der Bühne gar nicht voll genug sein kann aber auch daran, dass ich es immer wieder schön finde, Cello, Violine und Kontrabass in Verbindung mit elektronisch verstärkter Musik zu hören. Sehr gut auch die überzeugende Bläsersektion und Wolfgang Kendl am Schlagzeug.

  

Studio Dan

  

Nachträglich ins Programm rutschte CHATO SEGERER, a.k.a. "zappamaniac". Solo, mit einer Menge an technischem Equipment und gesampelten Daten, stand er auf der Mystery Stage und man hatte beim bloßen Hören das Gefühl, dass hier doch eine komplette Band aufspielt ... nette kleine Einlage!

  

Chato Segerer

  

mehr Knöpfe und Schalter als Saiten

  

Inzwischen ging es unaufhaltsam dem Ende der Zappanale #24 entgegen. Die letzte Band auf der Mainstage waren die kurzfristig umbenannte Band POJAMA PEOPLE WITHOUT IKE WILLIS. "Take one home with you & and save a dollar today." Schön wär´s! Wer hätte nicht z. B. Alli Bach zuhause auf ne Tasse Tee eingeladen? War die gut drauf ... hatte die einen Spaß an der Zappanale und an uns, dem Publikum, das begeistert mit ging. Kurz vor Schluss also nochmals ein viel umjubeltes Konzert. Und äh ... da fehlte doch eigentlich einer. Hmmm ... wer denn bloß nochmal?

  

Pojama People

  

Nach Pojama People ging es nahtlos über in die GOOD BYE SESSION. Es kamen The Z Three dazu (Beau Sasser wurde später von Robert Martin abgelöst), Mike Miller, Tom Fowler und Albert Quon Wing. So richtig voll wie in früheren Jahren wurde es nicht auf der Bühne.

 

Dafür, dass im Vorfeld eine Good Bye Session versprochen wurde, "wie wir sie noch nie erlebten", war´s ein bisschen dünn. Aber das liegt gewiss nicht am Veranstalter. Ein wenig chaotisch wurde es zudem, da trotz Mühe offensichtlich war, dass von einem Zusammenspiel kaum die Rede sein konnte. Leider war auch Mike Miller recht dominant und ließ Tim Palmieri kaum Gelegenheit, seine Saiten auch einmal zu Gehör zu bringen.

 

Nun gut ... eine weitere kleine Enttäuschung, die dem Gesamtablauf der diesjährigen Zappanale aber absolut keinen Abbruch tat.

  

Good Bye Session

Alli Bach und Jim Cohen verabschieden sich

               schnell noch ein Foto!

  

Wie immer gab´s den letztendlichen Kickout auf der Mystery Stage. Das JAZZPROJEKT HUNDEHAGEN (habt Ihr sie noch gar nicht vermisst?), die "Hausband" der Zappanale und des Arf Society eV, spielte zu ungewöhnlicher Stunde. Sonst mitten im Programmablauf, diesmal als Kehraus. Sehr schön: die Zappanale klingt mit Zappamucke aus. Ich liebe es, wenn Micha "Black Napkins" spielt :-)

  

Jazzprojekt Hundehagen

  

  

Resümee

  

Das Konzept "Back to the Roots" mit mehr Zappamusik, weniger Bands und dafür mehr Pausen ist voll aufgegangen. Es war eine wirklich gute Zappanale mit vielen Überraschungen.

 

So fanden die Highlights in diesem Jahr auf der kleinen Bühne statt. Es gab zudem die Erkenntnis, dass zu einer guten Zappanale nicht unbedingt große Namen von Bedeutung sind. Daraus folgert, dass künftig sehr wohl wesentlich preiswertere Engagements zustande kommen dürfen und trotzdem ein Zappafest aus der Veranstaltung werden kann.

 

Tja, so kurz kann nach vier Tagen schönstem Wetter und feinster Musik ein Resümee ausfallen :-)