Impressionen

17.07.2014

Zappnoise

Flexibilität ist alles! Da die Herren Tarentatec verspätet eintrafen, machten sich Zappnoise kurzerhand bereit, als Opener der Zappanale #25 den Kamp zu rocken. Viele fanden es auch mehr als angebracht, das Festival mit Zappaklängen einzuläuten. Sehr schön für alle war, dass für ein paar Titel Siglinde Koch-Sembdner mit ihrer Harfe die Band begleitete.

Tarentatec

Mag jede/r über die Band denken, was sie/er mag. Für mich hieß es: schnell ein paar Bilder und weg!

School of Rock

Da konnte ich nur hoffen, dass dieser Auftritt nur ein Warmspielen war für den morgigen Tag. Was da rüber kam, klang lediglich bemüht und mühsam einstudiert. Keine Frische, keine Inspiration, null Gefühl. Oh je! Da habe ich sehr viel bessere Formationen der SoR gesehen. Wehmütig denke ich da z. B. an die Zappanalen 18 und 19 zurück.

Kino am Kamp: Buchpräsentation

Wir waren (an)gespannt: Wie würde das Buch ankommen? Findet es Interesse? Verlieren sich denn wenigstens ein paar Leute im Kino? Egal: Jetzt war es so weit! Das Buch "We Are The Other People" über die 25jährige Geschichte der Zappanale wurde der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Dieter Robert und ich waren platt. Das Kino füllte sich und im Eingangsbereich kamen Heike und Dilek in Stress. Viele kauften sich das Buch, noch bevor wir etwas darüber erzählen konnten. Robert bastelte einen wunderbaren Trailer für diese Veranstaltung, der mit Klatschen und viel Gelächter aufgenommen wurde. Die Stimmung war bestens und die Präsentation ging auch dank Jim Cohen´s Moderation locker über die Bühne.

 

Zum Ausklang spielte das String Trash Projekt (Siglinde Koch-Semdner/Harfe, Peter Görs/Gitarre und Mick Zeuner/Bass). Parallel lief eine Dia-Show und so ergänzten sich die herrliche Musik mit stimmungsvollen Bildern aus 25 Jahren Zappanale.

 

Vielen Dank allen, die gekommen sind, allen, die die Präsentation vorbereiteten und nochmals an das String Trash Projekt!

 

Anschließend spielte Bad Penny auf dem Kamp.

18.07.2014

School of Rock

Schade! Gestern hoffte ich noch auf Besserung, aber auch dieser Gig enttäuschte mich. Hinzu kam ein grottenschlechter Sound. Da konnte auch Don Preston mit seiner Anwesenheit nichts mehr rausreißen.

ACE 9

Sowas gab´s ja noch nie! Die Mystery Stage wurde großflächig mit Sichtschutzzäunen abgesperrt. Als die Gitter weggeräumt wurden wurde klar, warum man so geheimnisvoll tat: Ace 9, die erste (und einzige) Band der Zappanale #1 spielte wie damals auf einem Treckeranhänger (es soll derselbe gewesen sein). Beäugt wurde auch der heutige Auftritt von der "Staatsmacht". In original VoPo-Uniform stand mit strengem Blick auf die Zuschauer werfend jemand neben der Bühne und war wahrscheinlich ebenso hilflos wie sein Genosse vor einem viertel Jahrhundert.

 

ACE 9 machten Spaß: fetter Sound, Randy am Mikrofon riss die Zuschauer nicht nur mit seiner Stimme mit. Er ist ein prima Entertainer. Der "independent diversified guitar rock in the style of the 70´s with psychedelic underground touch" überzeugte vollends.

offizielle Eröffnung

"Ich grüße alle Zappa-Fans!" ... jedes Jahr auf´s Neue freuen wir uns auf diese Worte, mit denen die Zappanale traditionell eröffnet wird. Arf Society Vorsitzender Michael Käckenmeister und Wolfhard Kutz als Verranstalter erklärten in diesem Jahr zudem sämtliche Gründungsmitglieder zu Ehrenmitgliedern.

The Grandsheiks

Wer sie bis dahin noch nicht gesehen hat, war wahrscheinlich baff. Die Grandsheiks bürgen für qualitativ hochwertig gespieltes Zappamaterial. Dazu tragen neben Thomas Schmittinger, Christian Majdecki, Andi Mertens und Jörg "Doc" Heuser insbesondere Daniel Guggenheim mit seinen sensationellen Soloeinlagen

am Saxofon und Maximilian Hilbrand mit seinen Entertainerqualitäten am Mikrofon bei.

Aranis

Sonstwo oder zuhause auf dem Sofa hätte ich vielleicht den Zugang zu der sicherlich anspruchsvollen Musik von Aranis Zugang gefunden. Hier war´s nicht mein Ding. "Neoklassische Kammermusik mit düsterem Rock und virtuosem Jazz" ... Musste ich jetzt nun wirklich nicht haben, aber ich werde mich ganz sicher noch mit Aranis beschäftigen.

The Magic Band

Zweimal habe ich sie gesehen und sie waren gut, sehr gut sogar. Aber was die Magic Band hier ablieferte war unfassbar gut! Ganz klar das erste Highlight in diesem Jahr.

Embryo

Da ich noch zu meiner Pension fahren musste, konnte ich leider nur ein wenig den Klängen von Embryo lauschen. Autofahren in einem Stadium der heiter/läppischen Verblödung ist nicht mein Ding und das Zusammenspiel von Lightshow und Duft war mir dann irgendwann zu heftig. Das, was da von der Bühne runterkam, quoll nämlich nicht aus einer Nebelmaschine…

19.07.2014

Jim Cohen

Er kann´s einfach ... und das scheint sich rum zu sprechen. Jedes Jahr kommen mehr zu Jim´s Vorträgen, die so herrlich erfrischend sind.

Jazzprojekt Hundehagen

Die Jazzhunde sind keine Profis und wollen das auch gar nicht sein. Ein paar wenige Gigs über´s Jahr, einer davon seit (wieviel eigentlich?) Jahren bei der Zappanale. Wir freuen uns auf Zappamucke und die geben sie uns. In diesem Jahr vielleicht nicht ganz so überzeugend wie in den letzten Jahren, aber wir haben wie immer unseren Spaß gehabt.

Present

=> siehe Aranis! Nein Nein Nein ... nicht hier und jetzt, bei gefühlten 35 Grad im Schatten war ich einfach nicht offen für ein Avantgarde-Rock-Ensemble, das wilden, expressiven Jazzrock auftischt.

Muffin Men

Oh wie schön... die "Zappa"nale findet (für mich) eine Fortsetzung. Parallel zur Zappanale feiern die Muffin Men hier (wo denn sonst?) ihr 25. Bühnenjubiläum. Das zweite Highlight in diesem Jahr, denn sie waren bestens aufgelegt und rissen die Zuschauer mit. Also schnell ne DVD von dem Auftritt geholt und nochmals zuhause genießen.

Spanner Jazz Punks

Wenn ich bislang von zwei Highlights gesprochen habe, muss ich mich korrigieren. Hier und jetzt fand auf der kleinen Bühne DAS Highlight schlechthin statt. Ich kannte bislang nur ein paar YouTube Videos und war gespannt, auf die Spanner Jazz Punks. Was ich bislang gesehen hatte, versprach schöne Fotomotive und nette Gags.

 

Was diese Truppe hier brachte, war genau das, was eine Zappanale ausmacht. Frisch, rotzend frech Zappazitate einbauend, recht einfache Weisen, die aber sehr originell dargeboten, geschminkt, kostümiert, wild gestikulierend ... all das zusammen genommen verursachte einen Massenauflauf vor der kleinen Bühne. Die rechte Hälfte tanzte ausgelassen, die linke Hälfte stand oder saß da mit offenem Mund und staunte.

 

Immer wieder lautes Lachen ob der witzig eingebauten Passagen aus Zappa´s Werk. Darf man das? Ist das nicht eine Art Gotteslästerung? Nein! So hat er es selbst gemacht und genau so hätte er es gewollt!

 

Ach ja ... viel zum Fotografieren bin ich nicht gekommen.

Crimson ProjeKCt

Was soll/kann man zu diesem Auftritt schreiben? Es war schlichtweg eine Sensation. Vom Sound angefangen bishin zu Toni Levin, den ich überragend finde und endlich mal wieder sah (bislang immer im Line-Up von Peter Gabriel). Zwei Spitzenschlagzeuger, die uns mit einer unfassbaren Wucht die eigenen Trommelfelle reinigten, ein bestens aufgelegter Adrian Belew, der sich wie Julie Slick sichtlich freute, wieder hier zu sein und ein Markus Reuter, den ich erstmals live erlebte und spontan ein noch größerer Fan von ihm geworden bin. - Am Ende war ich einfach nur platt

Aufrichtiges Zappa

spielten dann auch noch...

20.07.2014

LeBocal

Jazzfrühschoppen am Sonntagmorgen ... perfekt! Aber leider längst nicht so überzeugend, wie bei der Zappanale #21. Mag´s daran gelegen haben, dass sie zu Beginn zwei einschläfernde Eigenkompositionen spielten, oder einige doch (zu) schräge Improvisationen ins Set eingebaut wurden, irgendwie kam bei mir nicht dieses Wazoo-Gefühl auf wie vor vier Jahren.

Stick Men

Was für eine wunderbare "Zugabe" vom halben Crimson ProjeKCt. Und nochmal konnte ich Toni Levin´s Spielweise und Posing genießen. Markus Reuter und Pat Mastelotto auf Tuchfühlung ... Sowas gibt´s wohl wirklich nur in Bad Doberan.

The Grandmothers of Invention

Die Grandmothers ohne den angekündigten David Perlato aber mit enorm viel Power und Spielfreude. Don und Bunk sollen bitteschön wie alt sein? Never! Es war der krönende Abschluss auf der Mainstage.

Die angekündigte Good Bye Session war eine einzige Enttäuschung. Nach gut einer halben Stunde Umbaupause kamen (seufz!) schon wieder die Kids der School of Rock auf die Bühne, spielten zum wiederholten Male den ihnen wohl einzig bekannten Grundrhythmus und wurden zeitweise von ein paar Spanner Jazz Punks und Denny Walley begleitet. Mag sein, dass noch ein paar mehr dazu kamen, ich jedenfalls flüchtete. Dann doch bitte keine Session!

Die Ausstellung

Jeden Morgen ging ich zunächst in die Ausstellung zum Thema „25 Jahre Zappanale“. Der Schwerpunkt lag natürlich auf dem Buch zum Thema. Aber es gab auch wieder einmal schöne Konzerte in kleiner Runde. So kamen das String Trash Projekt, die Grandsheiks, Don & Bunk, Jeff Silvertrust und Frank Wonneberg hielt einen Vortrag zum Thema Counterfeits. Zu sehen gab es Werke von Helmut King und Olaf Roesler.

Allerletzter Rückblick

Große Freude! Insbesondere, weil sich ein Jahr wirklich harter Arbeit gelohnt hat. Dieter Jakob, Robert Riedt und ich freuen uns, dass das Buch so gut angenommen wurde. Eure Reaktionen waren uns besonders wichtig und unsere Glücksgefühle über Eure Begeisterung sind kaum in Worte zu fassen.

 

Die Programmplaner der Zappanale haben einen gewaltigen Schritt zurück gemacht und sich mehr auf den eigentlichen Zweck dieser Veranstaltung zurück besonnen. 50% Zappa-Anteil sind das Mindeste, was ich erwarte. Bei den verbleibenden 50% mochte ich nicht überall auf Entdeckungsreise gehen, was aber in erster Linie mit dem höllisch heißen Wetter und weniger mit den Bands zu tun hat. Für das Engagement vom Crimson ProjeKCt kann ich mich gar nicht genug bedanken.

 

Und der Veranstalter hat einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht: Die Ausstattung des Geländes und die Entwicklung hin zu einer Wohlfühloase ist prima. Aber eben doch eher dem Alter der meisten Besucher entgegenkommend. Kinder sind auch nett versorgt. Nur, wo geschieht oder findet man etwas für die Jugend, die doch existentiell notwendig für den Fortbestand des Festivals ist?

 

Über die Konzentration der Händler in einer Linie am Rande kann man geteilter Meinung sein. Große Teile des Geländes waren so auf einmal verwaist.

 

Egal … ich freue mich auf nächstes Jahr. Die angekündigten Bands lassen jetzt schon auf wieder einmal die beste Zappanale aller Zeiten hoffen.