Zappanale #26

The Festival for people "who lie, cheat and, especially, practise identify theft". Read an interview with GZ and what she has to say about the Zappanale festival.

 

 

Bis zum 30. Juli waren meine Frau ich noch in Börgerende und arrangierten uns mit dem ziemlich durchwachsenen Sommer. Und das ist schon die Überleitung zu meinem Rückblick auf die Zappanale #26 und meinen zurückgebliebenen Gefühlen: durchwachsen...

 

Und das hat zwei Gründe: Ihr wisst ja, dass ich mit großer Begeisterung zu diesem Festival stehe. Ich bin aber auch sowas von froh über die vielen Freundschaften, die sich hier ergeben haben und die vielen netten Menschen, die ich hier im Laufe der Jahre kennengelernt habe. Deshalb arbeite ich auch sehr gerne im Rahmen meiner Möglichkeiten mit.

 

Und in diesem Jahr haben mich Dieter und Robert (mit denen ich das Jubiläumsbuch "We are the other people" erarbeitete) in den Kreis der Ausstellungsleiter aufgenommen. Mein absolutes Highlight in diesem Jahr! Das bedeutete jedoch, dass neben Texten beisteuern, filmen und fotografieren auch weitere Mitarbeit während der Zappanale angesagt war. Die Ausstellung öffnet jeden Morgen um 10.00 Uhr. Aber das klappt nicht ohne Vorbereitungen, was wiederum bedeutet, spätestens um 9.30 Uhr aufzulaufen.

 

Das ist eigentlich kein Problem ... war es dann aber doch, denn mir wurde klar, dass ich keines der letzten Konzerte würde sehen können. Auch das wäre eigentlich kein Problem gewesen, wenn da nicht der Gig von The Z3 angestanden hätte. So eine Scheiße!!!

 

Ok ... abgehakt! Und im Nachhinein muss ich sagen, dass ich keine Minute in den Ausstellungsräumen hätte vermissen mögen. Die Atmosphäre hier ist wirklich einmalig. Unter uns direkt der Probenraum, vor uns Ein- und Ausgehen sämtlicher Musiker. Viele von denen kamen auch in die Ausstellung. Und hier finden seit ein paar Jahren fantastische kleine Konzerte in heimeligem Kreis statt.

 

Obwohl es für mich also eine sehr dezimierte Zappanale war, war das Meiste von dem, was ich mitbekam, großartig. Das begann bereits am Donnerstag bei der Warm-Up-Party mit dem Provinztheater. Im Leben hätte ich nicht gedacht, was die für eine grandiose Stimmung auf den Kamp zauberten. Die eigenwilligen Interpretationen Zappa´s Musik von Drei vom Rhein machten einfach nur Spaß. Napoleon war zu meiner großen Freude zurück und zeigte allen, warum man ihn vermisst hatte. Magma spielten mit Köhntarkösz und Mekanïk Destruktïw Kommandöh zwei meiner absoluten Lieblings"songs" und die Banned hatte sich tatsächlich enorm gesteigert und spielte ein nahezu perfektes Set. Einzige Einschränkung: Das oftmals unmotivierte und mir nervtötende Gekreisch aus Albert Wing´s Tröten. Wenn das die zappaesken Momente dieses Auftritts gewesen sein sollen - ich brauch´ die nicht! Stellenweise fand ich auch Fried Dähns Show zumindest interessant. Und Frank Out! sind eh ein Highlight. Und diesmal haben die sogar noch ne Schippe draufgelegt.

 

Der zweite Grund, warum meine Gefühle doch etwas durchwachsen sind: Wer an die letzten Jahre zurückdenkt und sich nochmals vor Augen führt, was da an Klasse auf der Mystery Stage stand, wird vielleicht auch feststellen, dass hier diesmal mächtig an Reisekosten und Gagen gespart wurde. Die (durchaus gute) Verlegenheits-session am Sonntag war da der Gipfel. Das hat nichts mit dem zu tun, was diesmal auf der kleinen Bühne stattfand. Das war z. T. wirklich hervorragend, nur sehe ich, dass vehement nach Einsparpotentialen gesucht wird, bei gleichzeitig deutlich erhöhten Eintrittspreisen.

 

Aber nicht nur hier wurde gespart. Im Backstagebereich war es bislang üblich, dass zumindest Wasser oder Apfelschorle gratis an die MitarbeiterInnen ausgegeben wurden ... vorbei (0,2l Becher 1 Euro)! Bislang gab es im Backstagebereich Fassbier ... vorbei! Für ne Flasche nun 2 Euronen! Da kommt man schon mal ins Grübeln... Und dabei fällt mir der Slogan zur Z #26 ein: "Eat the yellow water" ... weia!!!