14.07.2016 – Warm-Up-Party

 

Am Kamp in Bad Doberan findet spätestens am Donnerstag (viele reisen schon ein / zwei Tage früher an) das erste Wiedersehen mit all den (positiv!) Bekloppten statt, die zum Teil viele hundert Kilometer Autobahn oder Flüge hinter sich haben, um sich wie jedes Jahr erneut in die Arme zu fallen. Was für eine Freude, sich nach einem Jahr wieder einmal zu sehen, um gemeinsam das „Other People“ sein abzufeiern. Und was kann darauf besser einstimmen, als eine ordentliche Portion Zappa auf die Lauschlappen?

  

  

 

Zappnoise

 

sind m. E. die perfekten Opener für das Spektakel am kommenden Wochenende. Und die werden jedes Jahr besser. Kein Vergleich mehr mit den zarten und schüchternen Anfängen vor ein paar Jahren. Die Bläsergruppe sorgt für einen fetten Sound und Agneta singt mutiger und mit deutlich festerer Stimme. Stoni verstärkte die Band und trug mit seinen Soli zur guten Stimmung auf dem Kamp bei. Erste Tanzbewegungen waren zu beobachten. Man war angekommen und bei mir stellte sich das Gefühl ein, als ob die letzte Zappanale gerade erst vor ein paar Wochen zu Ende gegangen wäre. Zappatown, du hast mich wieder und ich kann die kommenden Tage kaum erwarten.

Paul Is Back

 

Wenn die Hintergründe bekannt sind, mag man noch so hin- und hergerissen sein, ob der Verpflichtung von Paul Green. Nach nunmehr sechs Jahren Abwesenheit bewies er aber eindrucksvoll, dass er mit seinen diesmal 21 Kindern und Jugendlichen der Rockacademy unbedingt hier sein MUSS. In meinem Rückblick auf die Zappanale #25 schrieb ich damals: „Was da rüber kam, klang lediglich bemüht und mühsam einstudiert. Keine Frische, keine Inspiration, null Gefühl. Oh je! Da habe ich sehr viel bessere Formationen der SoR gesehen. Wehmütig denke ich da z. B. an die Zappanalen 18 und 19 zurück.“ Dies bezog sich auf die School of Rock unter Leitung von Eric Svalgard.

 

Von Wehmut in diesem Jahr gar keine Rede. Die Handschrift von Paul Green war spürbar, immer noch so, wie zu alten Zeiten. Frisch, unbekümmert und selbstbewusst (gesanglich nicht immer gerechtfertigt) gab die Rockacademy einen Querschnitt quer durch die Rockhistorie zum Besten. Da gab es Titel von Rush, ELP oder auch YES (eine Herzensangelegenheit von Paul). Zwar nur ganz kurz Zappamusik am Ende, aber die Stimmung auf dem Kamp kochte und man war baff-erstaunt darüber, was diese jungen Leute zustande brachten. Ganz besonders aufgefallen ist mir die Bassistin Candy, die auch singt, am Schlagzeug sitzt und auf dem Marimbaphon herumklöppelt. Schon einmal hatte Paul eine herausragende Bassistin … Julie Slick, sie spielt heute im Adrian Belew Power Trio! Mal sehen, was für einen Weg Candy einschlägt.

  

Im Kino dann der Vortrag „Behind the Garage Door“ von Guy Bickel, der Ende der 70er für Zappas Livesound zuständig war. Ich muss zugeben: Nach ca. 30 Minuten verließ ich den Saal. Zu sehr war ich noch in Partystimmung, um mich jetzt auf diesen Vortrag einstellen zu können. Außerdem kam es zu einer Zeitverschiebung im Programmablauf und ich wollte Guranfoe auf keinen Fall verpassen.

  

  

Guranfoe spielen in der Besetzung James Burns ~ guitar, Ollie Snell ~ guitar, Robin Breeze ~ bass und Joe Burns ~ drums. Eigene Titel waren genauso spannend wie das Zappamaterial, das sie zum Besten gaben. Titel, die man mit Vocals gewohnt war, spielten die vier rein instrumental und improvisierten unbekümmert drauflos. Mich begeisterten sie, auch wenn sie die Stimmung der beiden voraus gegangenen Konzerte nicht erreichen konnten.

   

Guranfoe´s komplettes Set von deren Schlagzeuger Joe Burns ins Netz gestellt

  

Genug für heute. Bad Penny mussten ohne mich auskommen (soll wohl ganz gut geklappt haben). In netter Runde saßen wir noch einige Zeit im Restaurant im Kamp Theater bei ein paar Kaltgetränken, dann war das Vorspiel zur Zappanale #27 auch schon abgehakt.