Zappanale #28

  

Und wieder einmal mein ganz persönlicher Rückblick auf ein Zappanale Festival.

 

Für mich begann die Zappanale #28 bereits am Samstag, den 8. Juli 2017. Dieter, Robert und Helmut King schleppten gefühlte Tonnen an Material für die Ausstellung "Music ist the best" an, die platziert und aufgebaut werden mussten. Dazu kamen noch Bilder von Ilse Ruppert, die Frank Zappa 1978 und 1980 fotografierte.

 

Pünktlich zur Eröffnung waren die Ausstellungsräume hergerichtet und wir freuten uns über die vielen Besucher, die vom ersten Tag an kamen.

 

Und sonst? Es war eine tolle Zusammenarbeit aller an der Ausstellung Mitwirkenden. Das hat wirklich Spaß gemacht, in einem so tollen Team zu arbeiten. Von den Konzerten auf dem Festivalgelände habe ich leider nicht alles mitbekommen, was mir interessant erschien. Dafür gibt es aber schöne Erinnerungen an Gespräche und Erlebnisse in den Ausstellungsräumen. Dass uns zudem noch Dweezil mit seiner Frau besuchte und sehr interessiert die Exponate bestaunte, war ein ganz besonderes Highlight.

 

Die Konzerte aber, die ich mitbekam, begeisterten mich alle. Natürlich waren Dweezil mit seiner Band alleine schon das Herkommen wert. Und diese Scheila ist einfach nur der Wahnsinn. Und nett ist sie, kein bisschen affektiert. Seit ich sie 2007 erstmals in Düsseldorf erlebte uns 2009 in Bochum, bin ich ein Riesenfan von ihr.

 

Paul Greens RockAcademy trug erwartungsgemäß wesentlich zur gesamten Atmosphäre bei. Immer und überall lief man irgendwelchen Jugendlichen über den Weg. Mit ihren drei Shows verbreiteten sie gute Laune und versetzten jedes Mal alle in Erstaunen.

 

  • Was auffiel: diesmal wurde so richtig gut plakatiert!
     
  • Was vermisst wurde: die Halbmeterbratwurst!
     
  • Was mitspielte: bis auf Sonntag das Wetter!
     
  • Was positiv auffiel: die sehr netten Security Mitarbeiter!
     
  • Was bleibt: wieder einmal die familiäre Atmosphäre auf dem Festivalgelände!

 

Meine durchaus vorhandene Enttäuschung, die ich bereits im Vorfeld hatte, verflog nicht ganz. Mit der Kiki Band, den Yellow Snow Crystals, Polka Streng, Studio Dan und Caballero Reynaldo wurden gleich fünf Bands gebucht, die jeweils schon mindestens einmal hier auftraten. Dazu kommen noch Zappnoise, Bad Penny und das Jazzprojekt Hundehagen als gute, aber auch alte Bekannte. Wenig Neues also in Zappatown. Das war sicherlich den Kosten für Dweezil geschuldet, hinterließ jedoch ein Gschmäckle.

 

Was mich auch noch beschäftigte:

 

Jahr für Jahr kommen Freunde guter Musik aus vielen Ländern und Kontinenten nach Bad Doberan: Australien, Indonesien, Skandinavien, Belgien, Niederlande, Frankreich, USA, Schweiz, Österreich und Menschen vieler Länder mehr sind hier für ein paar Tage Gast. Nicht nur auf dem Campingground, sondern auch in Hotels, Gasthäusern und Pensionen mitten in der Stadt.

 

Bislang hatten wir wohl alle das Gefühl, man freut sich auf uns, insb. das viele Geld, was wir hier lassen. Viele Lebensmittelhändler, Gasthäuser und Kneipen, Drogeriemärkte, Apotheken, Gummistiefelverkäufer, Cafes  und Tankstellen nehmen bestimmt sehr gerne unsere Euronen in Empfang.

 

Wie gesagt: BISLANG! Denn ein Blick auf das Wahlergebnis der Stadt Bad Doberan der letzten Landtagswahl lässt mich doch nachdenklich werden und ich frage mich, ob "Fremde" hier wirklich willkommen sind.

 

Die AfD erhielt hier (wirklich nur Bad Doberan!) 26,7% der abgegebenen Stimmen, hinzu kommen 3,7% für die NPD. Mit 611 Wählern haben jedoch nur 50% der Wahlberechtigten an dieser Abstimmung teilgenommen, womit man zum Glück also nicht rückschließen kann, dass knapp ein Drittel der Einwohner nationalistisch und fremdenfeindlich ist. Trotzdem ist dies absolut gesehen ein wirklich erschreckendes Ergebnis.