Mein Ticket zu einer der besten Zappa-Cover-Bands
(nach dem Konzert unterschrieben von Scheila Gonzales und Ben Thomas)

Wir hatten das große Glück, Karten in der Mitte der Halle zu bekommen. Nach dem Konzert waren viele Leute total abgenervt vom grottenschlechten Sound, den sie vor allem in den oberen Rängen “ertragen“ mussten. Doch beginnen wir nicht gleich mit  dem Ende der Show sondern ganz langsam von vorne weg.

 

Wie immer (warum eigentlich, wenn man doch nummerierte Karten hat???) waren wir viel zu früh da und hatten so noch genug Zeit, uns die Halle  von allen Seiten anzusehen - vielleicht trifft man ja doch mal jemanden  bäcksteidsch?

Sehr entspannt kam man durch einen der vielen Eingänge in den Vorraum und auch in die Halle. Kein Gedränge und Geschiebe, was aber wohl auch mit dem Durchschnittsalter der Besucher zu tun haben kann. Ein Blick auf die Bühne vor dem Gig machte schnell klar: sauber, aufgeräumt, kein großes Brimbamborium, hand- gemachte Musik. Dann war  irgendwann auch klar, warum das alles so sparsam aussah - da fehlte doch einer? Hallo? - Gar keine Percussions heute abend oder wie oder was? Nö! Dweezil berichtete kurz, das Billy Hulting erst im Laufe der Tournee dazustößt.

Alle Bilder von meinem Sitzplatz aus. Leider ist  Scheila nicht ganz so scharf abgelichtet, wie sie spielte. Sie war für  mich das absolute Highlight des Abends. Und jetzt möchte ich begründen, was ich auf der Start-Seite so kurz und knapp zu meinem Eindruck schrieb. Scheila war definitiv das musikalische Tüpfelchen auf dem “I” während des gesamten Konzertes. Ihr merkte man am deutlichsten Spielfreude und Lust an der Sache an. Dazu kam, dass sie nicht nur musikalisch zu überzeugen wusste ;-) Im Vergleich zum letzten Jahr hat sie sich deutlich um die Taille “verjüngt“ (he! ich bin kein  Schowieschwain - aber man kann doch wohl auch so was mal registrieren, oder?).

 

Ben Thomas konnte zunächst einmal mit seinem Gesang zu City Of Tiny Lights überzeugen. Dann jedoch wurde  seine Stimme irgendwie langweilig. Zu wenig facettenreich, zu eintönig. Seine Soloeinlage mit dem Megaphon bei Chunga’s Revenge war dann wieder spitze. Und auch Willie The Pimp kam gut rüber.

 

Tja, der Dweezil ... eigentlich fiel es mir schon letztes Jahr in Düsseldorf auf und jetzt kann ich es auch  in Worte fassen: Zappa plays Zappa - bis auf Zappa! Gewiss, da waren ein paar sehr schöne Soli. Technisch ausgereift, hochkonzentriert vorgetragen aber eben nix, wie sein Vater es gespielt hat. Nichts bei  seinem Spiel erinnert an die Kreativität, den Spass an spontanen  schrägen Einfällen und dessen zum Teil gnadenlose Umsetzung an (F.)  Zappa.

 

Jamie Kime spielte bis auf zwei sensationelle Soli dezent im Hintergrund und Pete Griffin fiel mir insbesondere durch seinen Hip-Hop-artigen Tanz während seines  Saitengezupfes auf.

 

Gelinde gesagt ziemlich daneben fand ich das Fehlen von Billy Hulting. Peaches En Regalia ohne Percussions?  Ätzend wie auch einige andere Stücke. Und es fehlte insgesamt deutlich an Authentizität - kein Steve Vai, kein Nappi, kein Ray White, kein  Terry Bozzio.

 

Aber das ist nur meine ganz  persönliche Meinung zu diesem Konzert. Also: Irgendwie zu teuer für eine Cover Band. Da gibt’s dieses Jahr für etwas mehr als doppelt soviel  Geld das Vielfache zu sehen und Echtheit wird garantiert durch Terry  Bozzio, Robert „Bobby“ Martin, Napoleon Murphy Brock, Ike Willis, Denny Walley, Roy Estrada und Don Preston.

 

Nun denn, so richtig nett wurde es nach dem Konzert vor der Bühne. Wieder einmal nahm Dweezil sich viel Zeit für Autogramme, Fotos und den einen oder anderen Klönschnack (transl.: kurzweilige Unterhaltung). Scheila und Ben kamen auch nochmal  auf die Bühne zurück.

 

Dies also mein ganz persönlicher Eindruck zu diesem Konzert. Ich bin absolut froh, da gewesen zu sein. Zappa’s Musik live gespielt zu hören ist immer toll.